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Diesen Text hat ein Roboter geschrieben

Diesen Text hat ein Roboter geschrieben

Wirklich? Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch, aber wie weit wird sie vordringen? Macht sie bald sogar Journalisten arbeitslos? Das wurde im Mediensalon diskutiert.

Roboter in Redaktionen?
Automatisierung und Algorithmen: In den Köpfen von Redakteuren standen diese Begriffe bisher vor allem für IT, beispielsweise als Basis für ein Text-Programm, ein Redaktionssystem, eine Website oder eine App. Aber für die Medienarbeit braucht es mehr als automatisiertes Tastenklimpern. Oder? Beim Mediensalon „Von Robo-Redaktionen und automatisierten Texten“ der dju in ver.di, dem DJV Berlin und meko factory in Kooperation mit dem Vodafone Institut tauschten sich vor kurzem knapp 50 Gäste zum Einfluss Künstlicher Intelligenz im Journalismus aus – und zwar über den Dächern von Berlin im Hauptstadtbüro von Vodafone.

Angst um den Job nur ein Mythos? Jan Georg Plavec und Sonja Peteranderl im Gespräch (Foto: Henrik Andree/meko factory)

Robo-Texte schon Realität!
Journalistin Sonja Peteranderl (u.a. „Spiegel Online, „Wired“), die für das Medienmagazin „Journalist“ über amerikanische Robo-Redaktionen berichtet hat, weiß: „Verlage und Medienhäuser benutzen Algorithmen mittlerweile auch für die Textproduktion. Weltweit setzt sich das automatisierte Verfassen von Texten durch.“ Vorreiter seien die USA, wo beispielsweise die Nachrichtenagentur AP oder die Washington Post auf Robo-Texte setzen. Aber nicht nur in Washington, sondern auch in Schwaben kommt die Text-Automatisierung da zum Tragen, wo es um die Auswertung von Daten geht: Podiumsgast Jan Georg Plavec, Redakteur im Ressort Multimedia/Reportage bei der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten, erklärte, wie der  „Feinstaubradar“ aus Wetterinfos und Daten von hunderten privat aufgehängten Feinstaubsensoren morgens und abends automatisch generierte Berichte liefert, wie verschmutzt die Luft in Stuttgart ist.

Wo bleibt der Faktor Mensch?

Dieser sei selbst bei automatisiertem Journalismus nicht wegzudenken, sagt Expertin Sonja Peteranderl. Schlagzeilen machte der wegen eines Datenfehlers fälschlich abgesetzte Erdbeben-Tweet des QuakeBots der Los Angeles Times vergangenen Sommer in Kalifornien. Automatisierte Textproduktion funktioniere nicht ohne Ethik und Transparenz, warnt . „Denn ethisch wird es, wenn man es als Journalismus ausgibt“, warnt Sissy Pitzer, beim BR-Hörfunk zuständig für das MedienMagazin. Deshalb fordert sie ebenso wie die anderen eine Kennzeichnung von automatisiert hergestellten Texten, auch die Datenbasis müsse genannt werden. Also für Redaktionen noch nicht aller Tage Abend, so der Tenor der Veranstaltung: „In der Praxis ist AI im Journalismus immer noch eher Experimentierfeld. Die meisten würden gern die Potentiale nutzen“, sagt Friedrich Pohl, Leiter Kommunikation des Vodafone Instituts.

Macht Künstliche Intelligenz Journalisten arbeitslos? (Foto: Henrik Andree/meko factory)