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“AI&I” mit Taiwans Digitalministerin Audrey Tang

“AI&I” mit Taiwans Digitalministerin Audrey Tang

In der “AI&I”-vTalk-Premiere sprachen Alexander Görlach und Audrey Tang über Risiken und Chancen für digitale Demokratie im Angesicht von COVID-19.

Am Montag, dem 30. März 2020, diskutierte Taiwan’s Digitalministerin Audrey Tang mit AI&I”-Moderator Alexander Görlach über aktuelle Herausforderungen und Chancen für die Demokratie. Durch drei Zeitzonen hinweg sprachen die Beiden unter anderem über mobile Anwendungen und digitale Strategien, die Taiwan im Umgang mit der COVID-19 Pandemie unterstützt haben. Aufgrund des virtuellen Talkformats teils inspiriert von Fragen der online Community, erläuterte die taiwanesische Digitalministerin aber auch ihr Verständnis von modernen Demokratiekonzepten wie Radical Transparency. 

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https://www.youtube.com/watch?v=niqWuXc2zVE

Von Schulabbrecherin zur Digitalministerin   

Audrey Tang ist Softwareentwicklerin und Unternehmerin: Sie brach bereits im Alter von 12 Jahren die Schule ab, um sich auf das Programmieren zu konzentrieren. Noch bevor sie 15 Jahre alt war gründete sie eine Suchmaschinenfirma. Im Oktober 2016 wurde sie schließlich zur Digitalministerin von Taiwan ernannt. Ihr Auftrag ist es Regierungsbehörden bei der Kommunikation politischer Ziele zu unterstützen und die von der Regierung veröffentlichten Informationen zu verwalten. Heute entwickelt und implementiert sie eine Strategie zur Schaffung eines “digitalen Taiwans“. 

Der “AI&I“ vTalk   

Tatsächlich hat sich Taiwan während des Ausbruchs von COVID-19 besonders gut geschlagen, weil wir eine robuste Zivilgesellschaft haben, die auf der Idee radikaler Transparenz aufbaut“, sagte Audrey Tang. Das war jedoch nicht schon immer so. Im vTalk berichtet sie, dass auch in Taiwan eine offene und digitale Demokratie vor einigen Jahren noch undenkbar war, wenn Sie 2013 in Taiwan eine Person zufällig gefragt hätten, ob eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit möglich wäre … die Leute hätten wahrscheinlich gesagt, dass Sie verrückt wären. 

Taiwans Digitalministerin Audrey Tang (Foto: gemeinfrei)

Heute gründet die digitale Zusammenarbeit auf der Idee einer Data Collaborative. Demnach arbeitet sowohl der private als auch der soziale Sektor gemeinsam mit der Regierung daran, eine Daten Service Plattform zu bauen, die für alle Parteien funktioniert. Dies wird mit sogenannter Distributed Ledger Technology ermöglicht. Eine Technik, die zentraler Kontrolle durch die Regierung entgegenwirkt, da Daten und Transaktionen dezentral dokumentiert werden könnenAudrey Tang berichtet jedoch auch, dass digitale Demokratie in Taiwan teils noch improvisiert wird, „es ist nicht so, dass wir in Taiwan schon sehr lange digitale Demokratie betreibenWir erfinden sie, während wir noch daran arbeiten.“ 

Neben den vielen negativen Auswirkungen der CoronavirusPandemie glaubt Audrey Tang, dass sich hier auch Chancen für die Zukunft von digitaler Demokratie und Innovation finden lassen: „Mit dem COVIDAusbruch beginnen die Menschen, alles was sie können gegen einen gemeinsamen Feind zu mobilisieren, die Ausbreitung des Virus. Und in dieser Mobilisierungsbewegung haben alle, die zuvor unterschiedliche Vorstellungen davon hatten wie sich die Gesellschaft bewegen sollte, zumindest jetzt ein gemeinsames Verständnis.” Eine gemeinschaftliche Richtung kann zukünftig zu offener Innovation, effektiven Partnerschaften und sektorenübergreifender Zusammenarbeit verhelfen 

Zwei Schritte könnten es uns laut Audrey Tang ermöglichen diese Richtung beizubehalten. 

  1. Die Regierung sollte offenlegen was effektiv getan wird, um Menschen zu helfen. 
  2. Eine Teilhabe an diesem Prozess sollte Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft ermöglicht werden. 

In Taiwan hat Audrey Tang angefangen zu laufen und auch ivTalk ging sie einige Schritte auf uns zu: „Ich denke, Taiwan kann insbesondere helfen, indem es das Werkzeug teilt, mit dem wir diese wissenschaftlichen Ideen in etwas übersetzen, das die Menschen leicht verstehen können.“ Zwei dieser Tools:  

eMaskein online Vorbestellungssystem für Gesichtsmasken. 

StopCovid19eine Webseite der Stadtregierung Tokios, die zentral die neuesten Informationen über Covid-19 bereitstellt.

Sehen Sie weitere Diskussionen aus der AI&I Veranstaltungsreihe 

Das Vodafone Institut hat 2018 in Berlin die Veranstaltungsreihe AI&I“ gestartet, um eine Plattform für konstruktiven und interdisziplinären Dialog über die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf unsere Gesellschaft und Wirtschaft zu schaffen. Um eine vielfältige Debatte anzuregen und die Entscheidungsträger zu informieren, diskutierten wir bereits mit renommierten Forschern wie Vinton G. Cerf, Pascal Finette, Luciano Floridi, Nuria Oliver, Sir Martin Rees und Sir Nigel Shadbolt.

Für weitere Informationen über die Rolle von Regierungen im Zeitalter der Digitalisierung lesen Sie unsere Studie „The Tech Divide“.