Wie Mobiltelefone die Bildung verändern

Noch immer gibt es weltweit 58 Millionen Kinder ohne Zugang zu Grundschulbildung. Gleichzeitig verbreiten sich Mobiltelefone und das (mobile) Internet immer rasanter - insbesondere in Entwicklungsländern.

Oft ist die Rede davon, dass diese Technologien neue Möglichkeiten für das „mobile“ Lernen eröffnen. Doch die großen Mobile-Learning-Initiativen, Studien und nationalen Bildungspläne beschränken sich meist auf Bildung in traditionellen Kontexten, also in Schulen. Oft geht es um den Einsatz von Smartphones und Tablets im Unterricht. Und meist fließt auch der größte Anteil der Bildungsbudgets in diesen Bereich.

Informal learning

The cost of education in Kenya is relatively high whencompared to what most people earn.

Ronda Zelezny-Green, Expertin für Mobile Learning, hat im Auftrag des Vodafone Instituts einen Report erstellt, der sich mit der anderen – informellen – Seite des Lernens beschäftigt. Informelles Lernen findet außerhalb des Klassenzimmers statt, zuhause, im Zoo oder unterwegs beim Reisen. Der Vorteil dabei: Jeder kann daran teilnehmen. Experten gehen davon aus, dass bis zu 70% unserer Bildung in solchen informellen Kontexten geschieht.

Und dank mobiler Technologien bieten sich für Lernende völlig neue Möglichkeiten, außerhalb des Klassenzimmers zu lernen. Das gilt insbesondere dort, wo formale Strukturen nicht oder kaum vorhanden sind, wie in einigen afrikanischen oder asiatischen Ländern. In dem Report des Vodafone Instituts tritt Ronda dafür ein, das informelle Lernen in den Bildungsplänen stärker zu verankern, um die Potentiale für die Bildung voll auszuschöpfen. Und sie macht konkrete Vorschläge, wie das „informelle Lernen“ gefördert werden kann.

Informal learning

Informal learning can help people become aware of the full range of their capabilities, helping them to derive pride and self-confidence.

Der Report stellt eine Reihe von interessanten Projekten aus dem Bereich des informellen Lernens vor, darunter auch ein Forschungsprojekt aus Kenia, das die Autorin selbst durchführt. Dort wurden Mädchen einer Schule mit Mobiltelefonen ausgestattet. Was die Schülerinnen damit gemacht haben, welche Bücher sie darauf gelesen haben und welche Rolle die Handys bei Tabuthemen wie Verhütung gespielt haben, erzählt ein eigenes Kapital im Report.