„Daten nicht zu nutzen, ist wie das Verbrennen von Büchern“

Brüssel war der Schauplatz der zweiten "Digitising Europe Initiative". Journalist Kenneth Cukier fand zum Thema Big Data deutliche Worte und wagte einen dratischen Vergleich.

Brüssel. 25.1.2016 – Autor und Journalist Kenneth Cukier („The Economist“) hat mit eindringlichen Worten für das Sammeln und Auswerten von Daten geworben. Beim vom Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation veranstalteten Event „Digitising Europe Initiative“ in Brüssel sagte er: „Daten nicht zu nutzen, ist mit dem Verbrennen von Büchern moralisch gleichzusetzen.“ Zugleich mahnte Cukier einen verantwortungsvollen Umgang mit gesammelten Daten an.

Daten-Journalist Kenneth Cukier schilderte in seinem Beitrag das nicht hoch genug einzuschätzende Potenzial von Big Data (Foto: Vodafone Institut)

Dr. Linnet Taylor (Universität Amsterdam) verwies in ihrem Vortrag ebenfalls auf das Potential von Big Data, stellte aber fest: „Big Data allein löst keine Probleme“. Wichtig seien ebenso ein politischer Wille sowie die entsprechenden Infrastrukturen.

Linnet Taylor Digitising Europe 2016

Linnet Taylor verwies in ihren Ausführungen darauf hin, dass umfassender Datengebrauch auch ein effektives Rahmenwerk benötige (Foto: Vodafone Institut)

Im anschließenden Interview sprach der Europäische Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli von einem „falschen Gegensatz“ zwischen datenbasierten Geschäftsmodellen auf der einen Seite und Datenschutz/Transparenz auf der anderen Seite. Beides müsse in Einklang gebracht werden. Buttarelli zeigte sich dabei grundsätzlich bereit für neue Wege.

Eröffnet hatte das Event im mit rund 100 Gästen sehr gut besuchten Brüsseler Palais des Beaux-Arts Gastgeber Matthew Kirk, External Affairs Director der Vodafone Group und Chairmen of the Advisory Board des Vodafone Institutes.

Weitere Gäste des von der Journalistin Frances Robinson moderierten Panels waren: Eric Mamer (stellvertretender Vorsitzender im Kabinett Digitale Ökonomie und Gesellschaft von EU Kommissar Günther Oettinger), Axel Voss (Member of the European Parliament, Vice-Chair Committee on Legal Affairs), Nicklas Lundblad (European Public Policy Director bei Google), Joe McNamee (Executive Director bei European Digital Rights), Prof. Dr. Nico van Eijk, (Professor Media and Telecommunications Law, Universität Amsterdam), Rob Shuter (Geschäftsführer, Vodafone Niederlande) und Yves-Alexandre de Montjoye (Ph.D, MIT und Harvard University/Research Affiliate Data Pop Alliance).

Das Panel offenbarte verschiedene europäische Blickwinkel auf das Phänomen Big Data und die Folgen (Foto: Vodafone Institut)

Die Social Media Rückschau zur Veranstaltung finden Sie unter dem Hashtag #DigitisingEU.