Big Data – Chance und Risiko für Europa

2014 startete das Vodafone Institut den von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffneten Gipfel „digitising europe“. Jetzt geht die Inititative in die zweite Runde. Im Fokus diesmal: Big Data.

Im vergangenen Jahr startete das Vodafone Institut die Initiative digitising europe – ein Forum zum digitalen Wandel und dessen Potential für den europäischen Wirtschaftsraum. Den Auftakt bildete der digitising europe summit am 4. Dezember 2014 in Berlin.

Auf dieser  internationalen Konferenz, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet wurde, debattierten über den Verlauf eines Tages Vordenker, Innovatoren, Gründer, Führungskräfte internationaler Unternehmen sowie Vertreter der Politik über die Chancen und Risiken eines digitalisierten Arbeitsmarktes.

Digitising Europe - Angela Merkel

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel verwies vehement auf die gemeinsame europäische Linie im Bereich Digitalisierung (Foto: Vodafone Institut)

In diesem Jahr geht digitising europe in die zweite Runde. Im Fokus der Initative, die sich verschiedenen Aspekten der digitalen Transformation widmen wird, steht nun eines der zentralen und meist diskutierten Themen der Digitalisierung: Big Data, oder genauer: die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen für die kommerzielle und nicht-kommerzielle Sammlung und Analyse persönlicher Daten.

Im Rahmen einer europaweiten Veranstaltungsreihe mit Experten und Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wollten wir Herausforderungen identifizieren und Lösungswege aufzeigen. Die Reports und Studien des Instituts widmen sich in den kommenden Monaten vornehmlich diesem Schwerpunktthema.

Big Data ist ein Thema von politischer Brisanz. Viel wurde über die Frage der Chancen, aber vor allem der Risiken der Datenanalyse gestritten. Big Data ist zu einem Schlagwort geworden, und dennoch bleibt der Begriff oftmals unscharf. Bezeichnet er die Daten selbst oder vielmehr eine neue Form des Verstehens? Oder verweist Big Data auf ein neues „digitales Ökosystem“?

Selbst die Experten haben sich noch nicht auf eine verbindliche Definition verständigt. Problematischer aber ist: Obwohl die Sammlung und Analyse persönlicher oder personenbezogener Daten eine immer größere Bedeutung erlangt, sei es für unternehmerische, soziale oder politische Zwecke, hinkt die öffentliche und politische Auseinandersetzung der technischen Innovation hinterher.

Auch wenn viele der Big-Data-Innovationen unsere Lebenswelt schon heute prägen, ist der Verständigungsprozess über die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen erst am Anfang. Im Kern geht es bei der Debatte um die Frage, wie es uns in Zukunft gelingen wird, die wirtschaftlichen, sozialen und individuellen Vorteile von Big Data zur Entfaltung zu verhelfen, zugleich aber die Persönlichkeitsrechte und die digitale Souveränität des einzelnen Nutzers zu schützen.

Zur Beantwortung dieser Frage bringt digitising europe politische Entscheidungsträger, Technologieexperten und Meinungsführer verschiedener Sektoren an einen Tisch. In Workshops und Konferenzen werden Chancen und Risiken identifiziert; im Dialog zwischen Politik, Regulierung, Wirtschaft und Vertretern der Zivilgesellschaft erarbeiten wir Leitlinien für die Nutzung persönlicher Daten.

Um die gesamteuropäische Debatte abzubilden – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Reformierung und Vereinheitlichung der Datenschutzgesetzgebung in Europa –, reist digitising europe in verschiedene Hauptstädte Europas und bietet ein Forum für transnationale Verständigung.

Die Reihe beginnt am 12. November im F.A.Z. Atrium in Berlin. Es debattieren: Professor Alex „Sandy“ Pentland vom MIT Media Lab und Silicon-Valley-Kritiker und Buchautor Andrew Keen („Das digitale Desaster“).